Völvas und Alrunas – die germanischen Seherinnen und ihr Zauber

Vortrag und Erlebnisseminar
mit Dr. Christian Rätsch und Dr. Claudia Müller-Ebeling

»Sie [die Germanen] glauben, dass den Frauen so etwas wie Heiligkeit innewohnt, sowie Sehergabe; daher beachten sie deren Ratschläge und richten sich nach ihren Weissagungen(Tacitus: Germania)

Im nordgermanischen Raum wurden sie Völvas genannt, im südgermanischen als Alrunas bezeichnet: die zauberkundigen Seherinnen, die Seidr ausübten – schamanische Methoden der Weissagung. Nicht nur in der im mittelalterlichen Island verfassten Edda und in der Germania des römischen Geschichtsschreibers Tacitus wird über sie berichtet. Manche der germanischen Seherinen waren so berühmt, dass sie auch in ägyptischen Schriften erwähnt werden. Mit Hilfe der Überlieferungen und Grabungsfunden kann ein ungefähres Bild rekonstruiert werden, wer die Völvas waren und wie schamanische Praktiken in unsere Kultur vor der Christianisierung ausgesehen haben. Sehr wahrscheinlich waren die Völvas der Freya geweihte Frauen, deren heilige Pflanze das Bilsenkraut war; ihr heiliges Tier war die Katze.



In diesem Seminar werden uns die beiden Ethnologen und Schamanismusexperten die schamanische Vergangenheit unsere Kultur in Nordeuropa wieder lebendig werden lassen – mit einem besonderen Fokus auf die Seherinnen der Germanen und Wikinger, ihre schamanischen Rituale, ihre heiligen Pflanzen und ihre Prophezeiungen. 
Tacitus wunderte sich offenbar darüber, wie die Germanen ihre Frauen für ihr Seherinnentum verehrten. Auch heute wundern sich viele Menschen, wenn in Island bis heute in manchen Zeitschriften Prophezeiungen einer Völva für das kommende Jahr abgedruckt werden. 
Was kann es uns nutzen, sich heute wieder mit den Prophezeiungen der Völva Heidi (der „Völuspa“ in der älteren Edda) zu beschäftigen und sich zu erinnern, dass es bei unseren Vorfahren eine offenbar gesellschaftlich anerkannte Rolle der Seherin gab?
Wir können den Horizont unseres alltäglichen Weltbildes erweitern, können wieder Anbindung finden an die Philosophie unserer Vorfahren. Ihre Zaubertechniken können uns Anregung bieten, wie naturspirituelle Praktiken auch unser modernes Leben bereichern können. Bei Räucherritualen gehen wir auf visionäre Reisen, um diese Welt des Zaubers wieder kennen zu lernen.

Aus dem Inhalt
Was ist Zauberei?
Seherinnen und Schamaninnen
Seidr: Ihre Kunst der Liebesgöttin
Zaubergesänge
Die Visionen der Völva vom Ursprung und der Erneuerung des Universums
Zaubersprüche, Beschwörungen und Runen
Das rituelle Setting der Völvazauberei
Bilsenkraut und andere Zauberpflanzen
Das Geheimnis der versteinerten Seeigel
Die Schamanentrommel im Norden
Verwandtschaft zum finnischen Schamanismus
Räucherwerk und Musik
Nordische Sängerinnen: die „neuen Völvas“
Die Seherin Walburga und die Walpurgisnacht

Zielgruppe und Struktur

Dieses Seminar ist offen für alle Interessierten. Es sind keine Vorkenntnisse erforderlich.

Teilnehmerzahl
10-25
(Ausnahme: Freitag Abend)

Seminarzeiten
Freitag, 26.02.2016 von 20:00 – 22:00 Uhr
Samstag, 27.02.2016 von 10:00 – 13:00 und 15:00 – 18:00 Uhr
Sonntag, 28.02.2016 von 10:00 – 14:00 Uhr
Der Freitag von 20:00-22:00 Uhr kann auch einzeln als Vortragsabend besucht werden.

Teilnahmegebühr
260,- € (inkl. Mittagessen am Samstag)

Anmeldung

Bitte beachten Sie unsere Anmeldebedingungen und verwenden Sie das Anmeldeformular.

Literaturempfehlungen
Rätsch, Christian: Der Heilige Hain. Germanische Zauberpflanzen, heilige Bäume und schamanische Rituale. AT-Verlag
Sturlusson, Snorri: Die Edda
Die Kalevala

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