Die verbotenenen Künste – Magie und Zauberei in Europa

Vortrag und Erlebnisseminar
mit Dr. Christian Rätsch und Dr. Claudia Müller-Ebeling

Dass ich erkenne, was die Welt im Innersten zusammenhält…“ 
(Johann Wolfgang von Goethe: Faust I) 

Magische Rituale, Zauberpflanzen und Flugsalben – Was wissen wir eigentlich über Magie und Zauberei in Europa? Stießen wir jemals auf Spuren einheimischer Rituale und Traditionen?
Alte Texte künden uns von den schamanischen Zauberpraktiken und dem magischen Weltbild unserer Vorfahren und zeigen uns, wie die ursprünglich heiligen Techniken zur verbotenen Kunst wurden. In diesem Seminar entdecken wir europäische Quellen über magische Künste und Zauberei – von Plinius, Paracelsus, Hermes Trismegistos, Agrippa von Nettesheim, Praetorius, Johann Weyer und Johannes Hartlieb. Als Naturforscher, Philosophen, Ärzte und Gelehrte erschließen sie uns das magische Weltbild Europas – von der Antike bis ins 17. Jahrhundert. Christian Rätsch und Claudia Müller-Ebeling zeigen uns, wie diese Schriften heidnisches Gedankengut zur Kräuterkunde und Magie dokumentieren und wir darin verschüttete schamanische Spuren in Europa finden.
Die beiden Referenten spannen einen facettenreich weiten thematischen Bogen: von der Schwarzen Kunst zur Geomantie; von Naturspiritualität zur Ausbeutung von Rohstoffen; von Goethes Mephisto bis Harry Potter; von Hexen und Zauberern im Märchen zu verfolgten Ketzern; von schamanischen Heilritualen zu verbotenen Künsten. Unterhaltsam, verständlich und sinnlich erfahrbar, mit Hilfe von zahlreichen Anschauungsobjekten und musikalisch untermalten Räucherreisen.

Zum Titel des Seminars inspiriert hat uns „Das Buch der verbotenen Künste“ von Johannes Hartlieb. Es erschien 1456 und ist eine einzigartige Sammlung schamanischer magischer Zauberpraktiken, der Divination und Magie. Es ist die wichtigste spätmittelalterliche Quelle über die Reste des Heidentums in Form ritueller Praktiken. Dem Christentum verpflichtet beschrieb Hartlieb die verbotenen Künste als teuflisch und ketzerisch – und hat uns dennoch auf diese Weise altes heidnisches Gedankengut zur Kräuterkunde und Magie erhalten. Zusammen mit weiteren schriftlichen Quellen ist dies ein einzigartiger Fundus für uns heute, wenn wir uns an die eigene abendländische Tradition wieder anbinden möchten. Die von Hartlieb beschriebenen Techniken, wie z.B. die Hydromantie (Weissagung durch das Wasser), die Geomantie, die Chriromantie (Handlesen), die Nigromantie („Schwarze Kunst“), die Aeromantie (Weissagung aus dem Verhalten der Vögel) usw. finden sich bis heute in schamanischen Kulturen. Indem wir die Mechanismen erkennen, mit denen unseren Vorfahren die Naturverehrung und die heilsame Zusammenarbeit mit der Natur verboten und ausgetrieben wurden, erkennen wir auch, wie sehr wir selbst heute noch davon geprägt sind  – und werden in die Lage versetzt, diesen „faulen Zauber“ auflösen.

Aus dem Inhalt
Was ist Zauber, Aberglaube und Magie?
schamanische Zauber- und DivinationstechnikenNaturspiritualität
Geheimlehren, magische Künste und Alchemie
Magier, Zauberer und Schamanen
Weise Frauen und Hexen
schriftliche Quellen zur schamanischen Tradition Europas
Das magische Weltbild Europas
Vom Lesen im „Buch der Natur“
von den heiligen Techniken zur verbotenen Kunst
Verzauberung und „fauler Zauber“
Natur: bezaubernd + verzaubert, entzaubert + entfremdet
Goethes „Faust“

Hexensalben-Rezepte

Zielgruppe und Struktur

Dieses Seminar ist offen für alle Interessierten. Es sind keine Vorkenntnisse erforderlich. 

Teilnehmerzahl
10-25

Seminarzeiten
Freitag, 25.01.2019 von 20:00 – 22:00 Uhr
Samstag, 26.01.2019 von 10:00 – 13:00 und 15:00 – 18:00 Uhr
Sonntag, 27.01.2019 von 10:00 – 14:00 Uhr

Teilnahmegebühr

290,- € (inkl. Mittagessen am Samstag)

Anmeldung
Bitte beachten Sie unsere Anmeldebedingungen und verwenden Sie das Anmeldeformular.

Literaturempfehlungen
Hartlieb, Johannes (1456, Reprint von 1998 mit einer Einleitung und einem Anhang von Christian Rätsch): Das Buch der verbotenen Künste. Aberglaube und Zauberei des Mittelalters. Diederichs Verlag, München
Müller-Ebeling, Claudia; Rätsch, Christian und Storl, Wolf-Dieter (1998): Hexenmedizin. Die Wiederentdeckung einer verbotenen Heilkunst – schamanische Traditionen in Europa. AT Verlag, Aarau

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