Die Große Göttin – Mutter Erde und ihre heiligen Pflanzen

Vortrag und Erlebnisseminar
mit Dr. Christian Rätsch und Dr. Claudia Müller-Ebeling

»Spruch vor Tisch: »Erde, die uns dies gebracht, Sonne, die es reif gemacht, liebe Sonne, liebe Erde, euch ich nie vergessen werde!« (Christian Morgenstern)

»Die ekstatische Verbindung mit dem Ursprung ist die Grundlage für die Gesundheit, und sie ist notwendig zum Überleben.« (Eliot Cowan)

Die Verehrung einer „Mutter Erde“ ist vermutlich die älteste Form der spirituellen Naturverehrung. Später findet sie sich als „Die Große Göttin“, die in drei Erscheinungsformen (die Jungfrau, die Mutter, die weise Alte) verehrt wird, in zahlreichen Kulturen wieder. Die Muttergottheit versorgt uns Menschen mit allem, was wir brauchen. Ihre Verehrung zeigt sich daher sehr deutlich verbunden mit der Verehrung besonderer Pflanzen, die uns nicht nur ausgesprochen wertvolle Nahrung und potente Heilmittel spenden, sondern darüber hinaus auch Ekstase ermöglichen, um die gewöhnlichen Grenzen des Naturerlebens bis hin in göttliche Ebenen auszudehnen. Zu diesen Pflanzen zählen in Europa der Schlafmohn, in Südamerika die Cocapflanze.

Mutter Erde und die große Göttin stehen insgesamt für die gewaltigsten urtümlichsten Kräfte, die wir auf der Erde zu spüren bekommen: Durch sie wird alles geboren, alles erhalten und alles zerstört. So erscheint es recht natürlich, diese Göttin zu ehren und respektvoll zu behandeln, um ihren Segen zu erbitten. Doch in was für einem Zustand ist unsere Beziehung zu Mutter Erde heute? Es erscheint dringend an der Zeit, sich an Kulte der Verehrung, der Erkenntnis und des Heilens unserr Vorfahren zu erinnern und diese in unserem Bewusstsein wieder zu beleben.

Christian Rätsch und Claudia Müller-Ebeling führen uns ein in die Kulturgeschichte der großen Göttinnen. Sie erklären uns die Bedeutung, die unsere Vorfahren in den mit ihr verbundenen Pflanzen und Tieren sahen und beleuchten spannende Hintergründe des sagenumwobenen Demeterkultes in Eleusis. Im Vergleich dazu betrachten wir die Bedeutung des Cocastrauches in Südamerika, verbunden mit dem Kult der Pachamama. Wir werden verstehen, wie bewusstseinsverändernde Heilpflanzen gebraucht und missbraucht werden können, warum Demeter noch immer ein Begriff in unserer Nahrungsmittelwirtschaft ist und warum wir so gerne Mohnbrötchen essen. Mit Räucherritualen gehen wir auf innere Reisen, um unsere eigene Verbindung zu Mutter Erde wieder bewusst zu machen und lebendiger zu gestalten.

Aus dem Inhalt
Muttergottheiten in den Kulturen der Welt
Die große Göttin
Der Schlafmohn (Papaver somniferum) – seine kulturelle und medizinische Bedeutung
Der Kult der Demeter
Die Mysterien von Eleusis
Von Schlangen, Kröten und Drachen
Kult der Pachamama in Südamerika
Pachamama als philosophisch-juristische Kategorie zur Sicherung des Allgemeinwohls (verankert in der Verfassung von Ecuador und Bolivien)
Coca und Kokain
Die Bedeutung des kulturellen Hintergrunds für die Verwendung von Heil- und Rauschpflanzen
Gaia-Hypothese und Tiefenökologie

Zielgruppe und Struktur

Dieses Seminar ist offen für alle Interessierten. Es sind keine Vorkenntnisse erforderlich.

Teilnehmerzahl
10-25
(Ausnahme: Freitag Abend)

Seminarzeiten
Freitag, 29.01.2016 von 20:00 – 22:00 Uhr
Samstag, 30.01.2016 von 10:00 – 13:00 und 15:00 – 18:00 Uhr
Sonntag, 31.01.2016 von 10:00 – 14:00 Uhr
Der Freitag von 20:00-22:00 Uhr kann auch einzeln als Vortragsabend besucht werden.

Teilnahmegebühr

260,- € (inkl. Mittagessen am Samstag)

Anmeldung
Bitte beachten Sie unsere Anmeldebedingungen und verwenden Sie das Anmeldeformular.

Literaturempfehlungen
Rätsch, Christian (2014): Heilpflanzen der Antike, AT-Verlag
Rätsch, Christian und Jonathan Ott (2003): Coca und Kokain. Ethnobotanik, Kunst und Chemie. AT-Verlag, Aarau
Schwägerl, Christian (2010): Menschenzeit. Zerstören oder gestalten? Die entscheidende Epoche unseres Planeten. Riemann, München

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