Der Met der Begeisterung – Zaubertränke zwischen Heilung und Ekstase –

Vortrag und Erlebnisseminar
mit Dr. Christian Rätsch und Dr. Claudia Müller-Ebeling

Rüste den Raten reichlichen Trank
Edda (Hymirlied)

In diesem Seminar geht es um die uralte Kunst des Brauens von Zaubertränken und wie Zaubertränke unsere Kultur beeinflusst haben.

Zu allen Zeiten, in allen Kulturen haben Menschen kunstvolle Techniken und Mixturen erfunden, um die Gaben von Mutter Natur in besonderer Weise zu ehren und zu nutzen. Christian Rätsch und Claudia Müller-Ebeling geben uns einen Überblick über die zahlreichen Mischungen, die der Erkenntnis, der Heilung, der Stärkung, der Inspiration, der Liebe und der Lebensfreude dienen. Christian Rätsch, der selbst das Brauen von Balche bei den Lakandonen-Indianern erlernte, wird uns in einige Geheimnisse der Zubereitung von Zaubertränken einführen. Claudia Müller-Ebeling wird uns bedeutende Beispiele nahebringen, wie Zaubertränke Kunst und Kultur beeinflusst haben. Weiterhin werden wir erfahren, welche Bedeutung die Mythen über den „Met der Begeisterung“, den „Trank der Götter“ oder den „Kessel des Wissens“ noch heute für uns haben.

Von diesem umfangreichen „Gebräu“ interessanter Informationen und Bilder wollen wir uns inspirieren lassen, wie wir auch in unserem heutigen Alltag Heilung und Begeisterung aus den Gaben der Natur schöpfen können – selbstverständlich unter Achtung der Grenzen des Betäubungsmittelgesetzes. Mit einem Räucherritual werden wir auf innere Reisen gehen um Zugang zu finden zu den magischen Kesseln heilsamer Inspiration.

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Aus dem Inhalt
Die Kunst des Brauens und Mischens
Der Kessel des Wissens der Cerrridwen
Der Skaldenmet „Kwasirs Blut“
Kykeon und die Mysterien von Eleusis
Weitere Zaubertränke, Liebeselixiere, Unsterblichkeitstränke, … – von Absinth & Ayahuasca bis hin zum Wein des Dionysos
Der Berserkertrank der Germanen
Das sagenumwobene Soma der Rig Veda
Zauberpflanzen und das Betäubungsmittelgesetz

Zielgruppe und Struktur

Dieses Seminar ist offen für alle Interessierten. Es sind keine Vorkenntnisse erforderlich.

Teilnehmerzahl
10-25
(Ausnahme: Freitag Abend)

Seminarzeiten
Freitag, 22.09.2017 von 20:00 – 22:00 Uhr
Samstag, 23.09.2017 von 10:00 – 13:00 und 15:00 – 18:00 Uhr
Sonntag, 24.09.2017 von 10:00 – 14:00 Uhr
Der Freitag von 20:00-22:00 Uhr kann auch einzeln als Vortragsabend besucht werden.

Teilnahmegebühr

290,- € (inkl. Mittagessen am Samstag)

Anmeldung
Bitte beachten Sie unsere Anmeldebedingungen und verwenden Sie das Anmeldeformular.

Literaturempfehlungen
Adelsars, Arno; Rätsch, Christian und Claudia Müller-Ebeling (2006): Ayahuasca. Rituale, Zaubertränke und visionäre Kunst aus Amazonien. AT, Verlag, Baden und München
Rätsch, Christian (2007): Enzyklopädie der psychoaktiven Pflanzen. Botanik, Ethnopharmakologie und Anwendungen. AT-Verlag, Aarau

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Der Gebrauch von Zaubertränken und Opfergebräuen für die Götter ist weltweit zu beobachten. Bemerkenswert ist, dass Zaubertränke überall in den ältesten schriftlichen Überlieferungen der indogermanischen Kultur auftauchen: das Soma der Arier, der Bhang der Brahmanen, der gepilzte Wein des Dionysos. Zahlreiche Mixturen wurden erfunden für die verschiedensten Zwecke: Entheogene Zaubertränke wie der Kykeon verzaubern das Bewusstsein, um das Göttliche im Menschen selbst hervorzubringen: Sie dienen der Erkenntnis und der Heilung durch den Kontakt mit dem Göttlichen. Zubereitungen wie Balche und Kava Kava stärken die soziale Einheit einer Stammesgemeinschaft und dienen damit der sozialen Gesundheit. Zu den Heiltränken, Unsterblichkeitstränken bzw. lebensverlängernden Elixieren zählen auch Ayahuasca und Theriak. Der unbesiegbar machende Zaubertrank von Miraculix geht letztendlich zurück auf den legendären Berserker-Trank der Germanen. Zu den Liebeselixieren gehören u.a. verschiedene Bierzubereitungen wie das echte „Bilsener“. Laudanum und Absinth waren vor allem die Zaubertränke der Künstler – wie der „Met der Begeisterung“, der Skaldenmet, der den Dichtern die Gabe schenken sollte, mit göttlicher Inspiration die tiefsten Mysterien des Lebens zum Ausdruck zu bringen.

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